Vattenfall hat in der Hamburger HafenCity die nach eigenen Angaben größte Wasserstofftankstelle Europas eröffnet. Die Anlage an der Oberbaumbrücke soll künftig pro Tag 750 Kilogramm des Treibstoffes liefern. Gedacht sind sie für die neuen Wasserstoffbusse der Hamburger Hochbahn, die demnächst auch in der HafenCity unterwegs sein werden. Soweit es sie überhaupt gibt, können aber auch private Pkw hier betankt werden. Die Kosten für den Bau der Anlage in Höhe von zehn Millionen Euro teilen sich Vattenfall und das Bundesverkehrsministerium.
Das Problem des angeblich sauberen Kraftstoffs ist gewöhnlich die Herstellung des Wasserstoffs. Industriell geschieht dies vornehmlich aus der Verbrennung von Erdgas (via Dampfreformation). Damit relativiert sich natürlich das Umwelt-Argument. Die neue Tankstelle in der HafenCity will nun aber immerhin die Hälfte des Wasserstoffs selbst herstellen, via Elektrolyse. Der Strom dafür, versichert Vattenfall, kommt aus erneuerbaren Energiequellen. Aber auch die Nutzung des “grünen Wasserstoffs” leidet darunter, dass der gesamte Prozess von Herstellung, Transport und Speicherung sehr energieintensiv ist und hohe Effizienzverluste verzeichnet. Es wäre interessant zu erfahren, wie viel Energie eingesetzt werden muss, und wie viel davon am Ende als Nutzenergie zur Verfügung steht. Darüber schweigen die PR-Broschüren allerdings.
Unsere Meinung dazu: Statt 5 Millionen Euro öffentlicher Gelder in eine so fragwürdige, derzeit nur jenseits aller Wirtschaftlichkeit zu betreibende Technologie zu stecken, wären ein paar vernünftige Radwege in der HafenCity die bessere und nachhaltigere Alternative gewesen.
